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Isar - Kiesel : Sedimentgesteine

Gerölle und Geschiebe aus den Nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland

alpiner Buntsandstein
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Alpiner Buntsandstein

Quarzsandstein mit kieseligem Zement, das Material ist terrigenen(festländischen) Ursprunges. Er ist das älteste Gestein in der Sedimentationsfolge der nördlichen Kalkalpen. Sowohl zeitlich als auch in seinen Bildungsbedingungen entspricht dieser dem Buntsandstein wie er auch in der germanischen unteren Trias anzutreffen ist. Gesteine des Permoskyth sind in den bayer. Alpen sehr selten, im weiteren Alpenbereich, z. B. südlich Wörgl verbreitet.
Alter: Oberes Perm bis untere Trias (Skyth)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Der Buntsandstein, besser wäre die Bezeichnung "Rotsandstein", besteht vorwiegend aus Quarzkörnern. Die charakteristische Rotfärbung ist zurückzuführen auf Eisenoxid und Eisenhydroxid, welches die Quarzkörner als hauchdünne Kruste umgibt sowie im Bindemittel zwischen den Quarzkörnern zu finden ist.
Neben einem homogen gleichförmigem Gefügebild (oben) können auch Feldspatfragmente angereichert auftreten (unten links).
Auch ein gebändertes oder gestreiftes Erscheinungsbild ist anzutreffen (unten rechts).

Alter und Entstehung

Übergang von der Perm- zur unteren Triaszeit sowie untere Triaszeit vor ca. 250 bis 245 Millionen Jahren.
Das Gestein kam in einem festländischen Beckenbereich des zu dieser Zeit bestehenden Großkontinentes Pangäa als Wüstensand im trocken-heissen (ariden) Klimabereich zur Ablagerung.
Es ist sowohl zeitlich als auch bezüglich der Bildungsbedingungen weitgehend identisch mit dem roten Buntsandstein, wie er auch in vielen anderen Gegenden Deutschlands, z.B. im Pfälzer Wald zu finden ist.

Vorkommen

In den bayerischen Alpen ist er auf wenige Vorkommen beschränkt.
Beispiele: Nordfuß des Staufen bei Bad Reichenhall, Geierstein bei Lenggries, Iseler bei Hindelang.
Weitere Verbreitung findet das Gestein am Südrand der Nördlichen Kalkalpen im Inntal zwischen Wörgl und Kufstein.
Darum findet man ihn in allen oberbayerischen Flüssen, etwas häufiger am Inn, sonst eher seltener.


Buntsandstein Aufschluss
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Anmerkung zum alpinen Buntsandstein:
Eines der seltenen Vorkommen von Buntsandstein in den bayer. Alpen ist nördlich von Geigerstein-Fockenstein.

Verrucano
Die meist roten, fein- bis grobklastischen Sedimentgesteine sind kontinentale, fluviatile Ablagerungen eines trockenen Klimabereiches. Es handelt sich i.a. um Abtragungsmaterial des variskischen Gebirges.
Im Bild ein solches konglomeratisches bis brekziöses oberpermisches Geröll vom Iseo See.


alpinerMuschelkalk
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Alpiner Muschelkalk

Der Begriff Alpiner Muschelkalk ist ein Sammelname für verschiedene alpine Gesteine der mittleren Trias der nicht etwa auf besonderen Fossilreichtum hinweist (eher das Gegenteil ist der Fall) sondern als reine Altersbezeichnung gedacht ist. (Etwa gleiches Alter wie der Muschelkalk der germanischen Trias.)
Hier ein fast schwarzes Geröll mit auffallend vielen weissen Calcitadern und "Rostflecken" (poröse Anwitterungsflecken).
Der Fund kann wohl den Reichenhaller Schichten (bzw. Gutensteiner Kalk, s. Erläuterungen der Geol. Karte Bayerns 1996) zugerechnet werden.
(Anm: Schwarze Kalksteine sind auch in anderen triassischen Einheiten anzutreffen wie z.B. im darüber folgenden unteren Wettersteinkalk einschl. Partnachkalke)
Alter: mittlere Trias (Anis)

Häufigkeit: häufig

Dieses dunkle Kalkgestein bezeugt die einsetzende Ablagerung von marinen Sedimenten im Bereich der Nördlichen Kalkalpen.

Alpiner Muschelkalk Reichenhaller Schichten

Beschreibung

Es handelt sich um einen dunkelgrauen, fast schwarzen, knolligen Kalkstein welcher oft stark stark mit weißen Kalzitadern durchsetzt ist. Charakteristisch ist seine wulstig-wellig erscheinende Schichtoberfläche welche allerdings am Kieselgeröll selten zu beobachten ist.

Alter und Entstehung

Mittlere Triaszeit vor ca. 245 - 241 Millionen Jahren. In der mittleren Triaszeit begann das Meer in den Ablagerungsraum der Nördlichen Kalkalpen vorzudringen. Es kam erstmalig zur Ablagerung von Kalkschlämmen.

Vorkommen

Weite Verbreitung im Karwendel, im Wettersteingebirge sowie in den Oberbayerischen Voralpen.

Anmerkungen

Der Begriff "Alpiner Muschelkalk" weist nicht auf besonderen Fossilreichtum hin. Der Name ist als reine Altersbezeichnung zu verstehen, da das Gestein das gleiche Alter wie der in Süddeutschland weit verbreitete "germanische Muschelkalk" hat.
Schwarze Kalksteine sind untergeordner auch in anderen Schichtgliedern der Kalkalpen anzutreffen wie z.B. im, auf den Muschelkalk folgenden, unteren Abschnitt des Wettersteinkalkes oder im obertriassischen Plattenkalk. Eine exakte Zuordnung ist daher nicht mit absoluter Sicherheit möglich.


Wurstelkalk
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Wurstelkalk

Dunkelgrauer (etwas bläulich erscheinender) knolliger Kalk mit unruhiger, wulstig-wellig erscheinender Schichtoberfläche.
Aufgrund dieses Merkmales handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein Gestein aus dem alpinen Muschelkalk .
Der meist dunkelgraue bis schwarze Kalk des alpinen Muschelkalkes, der oft stark mit weissen Kalzitadern durchsetzt ist, kann von anderen dunklen Kalken der alpinen Trias nur sehr schwer unterschieden werden.
Alter: mittlere Trias (Anis)

Häufigkeit: selten


Alpiner WurstelMuschelkalk
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Alpiner Muschelkalk in den Alpen:

Unterer alpiner Muschelkalk " Wurstelkalk " am Gjaidsteig, nahe Bärnalpl.
Der Gjaidsteig, ein schmaler Streifen aus Reichenhaller Schichten zwischen Wettersteinkalkmassen, ist die einzige gangbare Verbindung über die Vordere Karwendelkette zum Karwendeltal.


Wettersteinkalk Riff
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Wetterstein Riffkalk

Massiges bräunlichgraues Riffgestein.
Hauptriffbildner waren Kalkschwämme und Mikroorganismen.
Ehemalige Hohlräume im Riffbereich wurden mit Calcit ausgefüllt.
Es handelt sich bei diesen Hohlraumfüllungen um anorganische Kalkausscheidungen.
Kugelige bis elliptische, mit Calcit gefüllte Hohlräume aus dieser Einheit werden als Grossoolithe bezeichnet.
Alter: mittlere Trias (Ladin)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Das helle bis bräunlichgraue Riffgestein enthält häufig mit hellem Kalzit ausgefüllte Hohlräume unterschiedlichster Form oder in eigentümlichen Bändern angeordnete stängelig, faserige Kalzitkristalle. Kugelige bis elliptische, mit Kalzit konzentrisch oder radialstrahlig gefüllte Hohlräume von bis zu eingen Zentimeter Durchmesser aus dieser Einheit werden als Grossoolithe bezeichnet.
(Ein Ooid, von gr. Oon = Ei, ist eine rundliche mineralische Struktur aus konzentrischen, mineralischen Anwachsschalen; ein Oolith ist ein Stein, der vorwiegend aus Ooiden besteht)

Alter und Entstehung

Alter: mittlere Trias bis untere Obertrias (ca. 238 - 225 Mio. Jahre)
Es handelt sich um ehemalige Barrieren und Atolle eines flachen Meeres im tropischen Klimabereich.
Die langsame Absenkung des Meeresboden bedingte den Aufwuchs der Riffe bis zu einer Mächtigkeit von teilweise über 1 km.
Hauptriffbildner waren Kalkschwämme und Mikroorganismen. Ehemalige Hohlräume im Riffbereich wurden nachträglich mit Kalzit ausgefüllt. Es handelt sich bei diesen Hohlraumfüllungen um anorganische Kalkausscheidungen.

Vorkommen

Wettersteinkalk ist in den bayerischen Alpen weit verbreitet. Beispiele sind Kaisergebirge, Wettersteingebirge, Karwendel und Mieminger Berge.


grossoolith
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Grossoolith in Wettersteinriffkalk.


Wettersteinkalk mit Dasycladaceen
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Wettersteinkalk mit Dasycladaceen

Dasycladaceen, Grünalgen, können massenhaft in der geschichteten Lagunenfazies des Wettersteinkalkes auftreten.
Es handelt sich in der Abbildung wohl primär um Diploporen eingebettet in Kalkschlamm.
Farbe: Grauweiss bis hellgrau, gefleckt.
Alter: Mittlere Trias (Ladin) - Mittlerer Abschnitt des Wettersteinkalkes
Vorkommen: Weit verbreitet im Karwendel und im Wettersteingebirge:
Zugspitze, Benediktenwand, Wendelstein, Birkkarspitze, Bettelwurf.

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Das Kalkgestein ist grauweiss bis hellgrau mit fleckigem Erscheinungsbild.

Alter und Entstehung

Alter: mittlere Trias bis untere Obertrias (ca. 238 - 225 Mio. Jahre)
Dasycladaceen (=Wirtelalgen), können massenhaft in den geschichteten Lagunenablagerungen des Wettersteinkalkes auftreten.
Es sind zierliche, wirtelartige Röhrchen von Algenskelettelementen, welche die im Meerwasser enthaltenen Calziumverbindungen zum Aufbau ihrer aus Stamm und Zweigen bestehenden Röhrenskelettchen zu nutzen verstanden.
Wirtelalgen sind auch heutzutage im flachmarinen tropischen bis subtropischen, vor Wellen geschützten Lebensraum, in Lagunen mit nur wenige Meter tiefem Wasser weit verbreitet.
Meist wurden diese Röhrchen nachträglich durch Umwandlungsvorgänge ausgelöscht, selten sind sie aber in erstaunlich gutem Zustand anzutreffen.

Vorkommen

Wettersteinkalk ist verbreitet im Karwendel und im Wettersteingebirge: Zugspitze, Benediktenwand, Wendelstein, Birkkarspitze, Bettelwurf.
Um Gesteine mit Algenröhrchen zu entdecken muss man allerdings ein gutes Auge haben.


geiersteingipfel
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Wettersteinkalk in den Alpen:

Am Geierstein (bei Lenggries) ist heller Wettersteinkalk am Gipfel aufgeschlossen.


Wettersteinkalk
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Wettersteinkalk

hier in rauhwackenartiger Ausprägung.
Die Hohlräume sind auf nachträglich gelöste Evaporitkristalle zurückzuführen.
Andere Bezeichnung: Messerstichkalk. Der Name kommt wohl von den kleinen Löchern, welche die Oberfläche übersäen. Die hellen Flecken sind Algenreste.
Farbe: Meist sehr hell, weisslich bis weissgrau.
Alter: Mittlere Trias (Ladin), Oberer Wettersteinkalk

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Wettersteinkalke sind meist sehr helle Gesteine von weißer bis mittelgrauer Farbe. Fossilien sind darin selten enthalten da sie durch Gebirgsdruck und/oder durch chemisch-physikalische Umwandlungsvorgänge (Umkristallisation) meist verschwunden sind.

Alter und Entstehung

Alter: mittlere Trias bis untere Obertrias (ca. 238 - 225 Mio. Jahre)
In einem lichtdurchfluteten, flachen, tropisch warmen Meer, das als sogenanntes Schelfmeer von Osten weit in den Kontinent hineinreichte, konnte es zu einer enormen Kalkproduktion kommen.
Durch das langsame Absinken der Erdkruste konnten sich Kalksedimentmassen aus Meeresschlamm und Kalkskeletten in Mächtigkeiten von bis zu über 1 Kilometer ablagern.

Vorkommen

Die hellen Wettersteinkalkgerölle sind in allen oberbayerischen Flüssen massenhaft anzutreffen.
Das abgebildete Exemplar stellt mit seinen vielen Löchlein eher eine Ausnahme dar.
Im Regelfall sind es die "normalen" hellen, weisslich-grauen Kiesel mit glatter Oberfläche.
Wettersteinkalk ist in den bayerischen Alpen weit verbreitet. Beispiele sind Kaisergebirge, Karwendel und Mieminger Berge.


bleierz_poliert
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Bleierz im Wettersteinkalk:

Der obere Wettersteinkalk enthält gelegentlich Bleierze bzw. Blei-Zinkerze, so auch in der Quellregion der Isar im Hinteren Karwendel. Diese wurden in früherer Zeit an etlichen Stellen der nördl. Kalkalpen abgebaut.


Wettersteindolomit
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Dolomit

Das weisse bis gelblich-graue Gestein hat hellere Farbtönungen als der ähnliche Hauptdolomit, es könnte sich um Wettersteindolomit handeln.
Die Dolomitsierung (Umwandlung von CaCO3 in CaMg(C03)2 ) führte zu einer Volumenverminderung des Gesteines.
In entstandenen Poren konnten kleine Dolomitkristalle wachsen, die gegen das Licht glitzern.
Unterscheidung zu Kalkstein: Im Gegensatz zu Kalkstein zeigt Dolomit bei Kontakt mit verdünnter Salzsäure keine aufschäumende Reaktion.
Alter: Mittlere Trias (Ladin)
Vorkommen: Vereinzelt im Wettersteinmassiv, weiterhin z.B. südl. des Inns zwischen Rattenberg und Wörgl. Sehr starke Zunahme der Verbreitung Richtung Osten (Berchtesgadener Gebiet), darum auch als Ramsaudolomit bezeichnet.

Häufigkeit: häufig


Wettersteindolomit am Wörgler Berg
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Wettersteindolomit, Anmerkung:

Frische Bruchfläche eines Wettersteindolomites.
Das brekziierte Gestein besteht hauptsächlich aus kristallinem, splittrig brechendem Dolomit, der brüchige Felswände ohne erkennbare Schichtung ausbildet.


Raibler Rauhwacke
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Rauhwacke

sicherlich den Raibler Schichten zugehörig.
(Rauhwacken sind auch in den Reichenhaller Schichten vertreten, z.B. nördl. Karwendelkette)
Die Struktur entsteht durch Auflösung von leichter löslichem Material, d.h. durch unterschiedliche Verwitterungsbeständigkeit der einzelnen Komponenten.
Dolomitgerüst und ausgelaugte Gipsbestandteile. (Andere Bezeichnung: Zellendolomit)
Alter: Obere Trias (Karn)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Das Grundgerüst des brekziösen, innerlich "zerbrochen" erscheinenden, Steines besteht aus Kalk oder Dolomit.
Anders aber als in einer gewöhnlichen Brekzie (ein Gestein, das eckige Gesteinstrümmer enthält), sind statt eckiger Gesteinstrümmer allerdings nur noch Hohlräume enthalten.
Die Struktur entsteht durch Auflösung von leichter löslichem Material, d.h. durch unterschiedliche Verwitterungsbeständigkeit der einzelnen Komponenten.
Bei den ausgelaugten Anteilen wird es sich vorwiegend um Gips (CaSO4 x 2H2O) gehandelt haben.

Alter und Entstehung

Alter: Das Gestein gehört entweder zum mittleren Anteil der Oberen Trias (ca. 221-218 Millionen Jahre) und somit den sog. Raibler Schichten an oder dem mitteltriassischen Alpinen Muschelkalk (Reichenhaller Schichten).

Entstanden ist das Gestein im lagunären Bereich und vom Meer abgeschlossenen Wasserbecken mit Inseln, die über den Meeresspiegel herausgeragt sind. Bei sehr starker Verdunstung konnte es zur Ausfällung von Gips aus dem Meerwasser kommen.

Vorkommen

Die Rauhwacke der Raibler Schichten geht stellenweise mit Gipsvorkommen einher. Die Gipse wurden in früherer Zeit an vielen Stellen für Düngezwecke abgebaut, z.B: Oberau im Loisachtal.
Auch manche Schwefelquelle in den Nördlichen Kalkalpen hat ihren Ursprung in den Sulfaten der Raibler Schichten.


Rauhwacke am Breitenstein
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Exkurs zur Rauhwacke:

Am Breitenstein ist Raibler Rauhwacke am Anstieg zum Gipfel aufgeschlossen.


Raibler Sandstein
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Raibler Sandstein

Es ist ein grauer bis grau-bräunlicher, schlecht sortierter Sandstein.
Das Bindemittel ist kieselig, es sind reichlich Feldspatbruchstücke unterschiedlicher Grösse enthalten.
Das Gestein kann wohl als Feldspatgrauwacke eingeordnet werden.
Vorkommen z.B. am Nordabfall des Karwendelgebirges.
Das Material ist terrigenen Ursprunges(Verwitterungsschutt eines nahen Festlandes).
Alter: Obere Trias (Karn)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Es ist ein brauner bis grau-bräunlicher Quarzsandstein. Das Bindemittel ist meist kieselig. Es können grünliche Glaukonitkörnchen, helle Feldspatbruchstücke unterschiedlicher Größe oder schwarze Pflanzenreste von ehemaligen Farnen enthalten sein.

Alter und Entstehung

Alter: Mittlerer Anteil der Oberen Trias (ca. 221-218 Millionen Jahre).
Im Zeitabschnitt der Ablagerung der Raibler Schichten nahm der Einfluß des Festlandes, der sowohl in der vorhergehenden Bildung des Wettersteinkalkes als auch des darauffolgenden Hauptdolomites völlig ausgeschaltet war, sehr stark zu. Die Ablagerung von Sand weist sehr stark auf die Zufuhr von Verwitterungsmaterial eines nahen Festlandes hin, das in einem flachen Meeresbereich abgsetzt wurde.

Vorkommen

Verbreitet im Raum der Nördlichen Kalkalpen. Diese Formation mit ihren tonig-sandigen Gesteinen ist ein bedeutender Grundwasserstauer. Sie ist häufig für die grünen Verebnungsflächen und Almen mit ihrer reichen Vegetation innerhalb des Felsengebirges verantwortlich. Viele Beispiele solcher Verebnungsflächen findet man im Wetterstein, im Karwendel und in den Tannheimer Bergen.

Hinweis für den Sammler

Sandsteine mit sehr ähnlichem Erscheinungsbild kommen auch in den vorwiegend kreidezeitlichen Vorbergen des Alpenrandes (der Flyschzone) und im unmittelbar dem Alpenrand vorgelagerten tertiärzeitlichen hügeligen Bereich (der Faltenmolasse) vor. Verwechslungen sind daher leicht möglich.
Da Raibler Sandstein meist kieselig, quarzitisch gebunden ist wird er beim Beträufeln mit 3%iger Salzsäure nicht aufschäumen im Gegensatz zu kalzitisch gebundenem Sandstein.
(Vorsichtsmaßregeln beim Umgang mit Säure beachten, den Versuch nur mit Schutzbrille durchführen.)


Aufschluss_Raibler_Schichten
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Raibler Schichten in den Alpen:

Aufschluss von steil gestellten Raibler Schichten etwas östlich des Überschalljoches (Karwendel).
Im Hintergrund der Schuttstrom der Brandlrinne und Wettersteinkalk des Massives um die Gamskarspitze.


Onkolith
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Onkolith

ziemlich sicher aus den Raibler Schichten.
Onkoide sind kugelförmig bis unregelmässig geformte Algenbälle (Sphaerocodien) mit konzentrischer Lamellenstruktur.
Teilweise asymmetrische Formen aufgrund von periodischen Wachstumsschwankungen.
Die Sphaerocodienbänke sind für die Raibler Schichten charakteristisch.
Sehr ähnliche Gesteine können aber auch anderswo auftreten.
Alter: Obere Trias (Karn)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Die Bezeichnung Onkolith kommt vom griechischen onkos: Geschwulst oder Haufe. Es kann fast vollständig aus runden, kugelförmig bis unregelmässig geformten Strukturen (Onkoide oder Sphaerocodien) mit konzentrischer Lamellenstruktur bestehen. Diese Knöllchen haben immer einen Kern, z.B ein kleines Schalenbruchstückchen.

Alter und Entstehung

Alter: Meist obere Trias der Kalkalpen. Vorwiegend in den Raibler Schichten vorkommend als Sphärocodienbänke (ca. 220 Mio. Jahre) aber auch in den Kössener Schichten (ca.205-200 Mio. Jahre) anzutreffen. In der Faltenmolasse können ähnliche Strukturen auftreten (ca. 10 Mio. Jahre).
Diese Gesteine entstehen im bewegten Flachwasser. Eine wesentliche Rolle bei der Bildung dieser Strukturen spielen Algen (Cyanophyten, Blaugrünalgen) welche kleine Schalenbruchstücke oder Körnchen etc., Feinlage für Feinlage unter Einfangen von Sedimentpartikeln, immer weiter umkrusten. Die teilweise auftretenden asymmetrische Formen entstanden aufgrund von periodischen Wachstumsschwankungen.

Vorkommen

Der Sphaerocodienkalk, benannt nach der Alge Sphaerocodium, ist ein Glied der verbreiteten Schichtserie der Raibler Schichten.
Das Geröll ist in allen oberbayerischen Flüssen, wenn auch nicht häufig, so doch auch nicht ganz selten, zu finden.


Anschliff_Onkolith
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Onkoide:

Nah - Makroaufnahme

eines Anschliffes. Es ist gut erkennbar, wie die Algen Schalenbruchstücke umkrusten.


stromatolitischer Kalk
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Stromatolith

Es sind Algenmatten, bestehend aus feinlagigen, gekräuselten Algen - Laminae, wie sie im Tidenbereich, also dem Ebbe-Flutbereich, an der Riffrückseite entstehen.
Diese Dolomit- und Kalkgesteine sind im Wettersteinkalk und im Hauptdolomit häufig anzutreffen.

Farbe: meist sehr hell, weisslich bis blassbräunlich.
Alter: Mittlere Trias (Ladin) und Obere Trias (Nor)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Farbe: meist sehr hell, weißlich bis blassbräunlich.
Charakteristisch ist das feinlaminare Erscheinungsbild, mit einem Wechsel von hellen und dunklen Lagen im Millimeterbereich.

Alter und Entstehung

Alter: Mittlere Trias (ca. 235-225 Mio. Jahre, Wettersteinformation) und Obere Trias (ca. 207-218 Mio. Jahre, Hauptdolomitformation).

Es sind zahllose Algenmatten, bestehend aus feinlagigen, gekräuselten Algenfeinstlagen, den Laminae.
Dies ist eine Bildung, wie sie typischerweise direkt ober- und unterhalb des Gezeitenspiegels, also im Ebbe-Flutbereich, im Flachmeer an der Riffrückseite entsteht.
Die Lamination ist wohl auf jahreszeitlich wechselnde Sedimentation zurückzuführen.
Es wechseln sich helle, karbonatreichere mit dunkleren, an organischer Substanz reicheren Lagen ab.
Dieses Phänomen der Algenmattenbildung kann heutzutage auch in subtropischen Wattenmeeren, z.B. auf den Bahamas oder am Persichen Golf beobachtet werden.

Vorkommen

Diese Gerölle sind in den oberbayerischen Alpenabflüssen öfters zu finden.
Im Herkunftsgebiet der Gerölle, den Nördlichen Kalkalpen, sind diese laminierten Kalk- und Dolomitsteine, welche auch als Stromatolithe bezeichnet werden, im Wettersteinkalk und im Bereich des Hauptdolomites weit verbreitet.


Hauptdolomit
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Hauptdolomit

Stark klüftiges Gestein.
Charakteristisch sind die kantigen Ausbrüche an der Oberfläche, die durch die starke Zerklüftung aufgrund tektonischer Brekziierung des Gesteines gefördert werden.
Hauptdolomit ist das am weitesten verbreitete Gestein der nördlichen Kalkalpen.
Beispiele: Kramer, Schinder, Herzogstand, Hochfelln.
Farbe: Meist Grautöne manchmal bräunlich.
Alter: Obere Trias (Nor)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Farbe: Helle Grautöne manchmal auch bräunlich bis graubraun.
Charakteristisch sind die kantigen Ausbrüche an der Oberfläche, welche auf die starke Zerklüftung des spröden Gesteines zurückzuführen sind.
An diesen mehr oder weniger häufigen eckigen Ausbrüchen an der Gesteinsoberfläche ist er meist gut von anderen Steinen zu unterscheiden.

Alter und Entstehung

Alter: Hauptdolomit. Obere Trias (ca. 218 - 206 Millionen Jahre)
Unter einer sehr hohen Verdunstungsrate in einem extrem flachen, von den Gezeiten beeinflußten Meeresbereich, konnte sich ein hohes Magnesium/Calzium Verhältnis einstellen. Dies führte zur Bildung von Dolomit (Kalzium-Magnesium-Karbonat) anstatt von Kalk (Kalziumkarbonat).
Aufgrund des langsamen Absinkens des gesamten Ablagerungsbereiches um etwa 0,1 Millimeter pro Jahr sowie einer gleich schnellen Sedimentbildung konnte sich im Laufe von ca. 10 Millionen Jahren eine homogene Dolomitserie von über 1 Kilometer Mächtigkeit aufbauen.

Vorkommen

Hauptdolomit ist das am weitesten verbreitete Gestein der nördlichen Kalkalpen, darum das "Haupt" vor dem Dolomit. Beispiele: Hauptkamm der Allgäuer Alpen (Biberkopf, Mädelegabel usw.) weiter nach Osten z.B. Kramer, Schinder, Herzogstand, Hochfelln.

Hinweise

Ein sehr ähnlicher, aber etwas hellerer Dolomit, tritt auch in der Wettersteinkalkformation auf.
Klarheit, ob es sich bei einem Gestein um Dolomit handelt, gibt auch ein Test mit verdünnter Salzsäure (ca. 3%ig). Kalkstein schäumt auf, Dolomit zeigt keine Reaktion. (Aber Vorsichtsmaßregeln beim Umgang mit Säure beachten, den Versuch nur mit Schutzbrille durchführen.)


gebankter Hauptdolomit
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Hauptdolomit im Gebirge:

Hauptdolomit auf dem Weg zur Fereinalm nördl. des Seinsbaches (Vorkarwendel)
Der hier deutlich geschichtete Dolomit zeigt zum Teil sehr gut seinen feinlaminaren Aufbau.


Oelschiefer
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Ölschiefer

Im Hauptdolomit finden sich gelegentlich Einschaltungen von Asphaltschiefer(Ölschiefer), ein bitumenreicher, feinstgeschichteter Dolomit - Mergel.
Etwa auf halber Strecke zwischen Vorderriss und Wallgau, am Schröfeln, wurde das Gestein (mit einem Bitumengehalt bis zu 30%) abgebaut.
Durch Verschwelung wird aus dem brennbaren Ölschiefer das sog. Steinöl gewonnen welches als Rohstoff u.a. für die Herstellung von Ichtyol verwendet wird.
Farbe: schwarz, gräulich bis bräunlich.
Alter: Obere Trias (Nor)

Häufigkeit: sehr selten

Beschreibung

Es ist ein schwarzes, gräulich bis bräunliches, schlierig-schieferig erscheinendes Gestein, das etwas leichter in der Hand liegt als herkömmlicher Dolomit.

Alter und Entstehung

Alter: Obere Trias (Hauptdolomit, ca. 218 - 206 Millionen Jahre)
Der Hauptdolomit hat fast immer einen gewissen Bitumengehalt.
Durch Anreicherung von organischen Stoffen finden sich gelegentlich Einschaltungen von Asphaltschiefer (Ölschiefer), ein bitumenreicher, feinstgeschichteter Dolomit - Mergel. Es können sogar reine Asphaltlagen auftreten.
Diese Gesteine sind in Vertiefungen innerhalb eines Meeresbeckens mit unbeweglichem Wasser entstanden.
Aufgrund der mangelnden Wasserzirkulation im mit Schwefelwasserstoff durchsetzten sauerstoffarmen Milieu konnte keine vollständige Verwesung der abgestorbenen Fauna stattfinden.
Es kam zur Ausbildung von Bitumen, einem Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen.
Der Prozess ist derselbe wie er bei der Entstehung von Erdöl eine Rolle spielt.

Vorkommen

Das Gestein tritt lokal begrenzt an verschiedenen Stellen innerhalb der Hauptdolomit-Formation auf z.B. am Plansee östlich von Reutte oder am Kramer bei Garmisch.
Ein bekannter Abbau ist bei Seefeld in Tirol.
Durch Verschwelung (trockene Destillation) wird aus dem brennbaren Ölschiefer das sog. Steinöl gewonnen welches als Rohstoff u.a. für die Herstellung von Ichtyol, einer Salbe zur Anwendung bei Hauterkrankungen, verwendet wird.


brekziierter Hauptdolomit
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Hauptdolomitbrekzie

tektonisch zerbrochener und wieder " ausgeheilter " Dolomitstein (Calcium-Magnesiumkarbonat).
Hauptdolomit ist nicht nur das Hauptgestein sondern auch aufgrund seiner Brüchigkeit der Hauptgesteinsschuttbildner der Nördlichen Kalkalpen.
Farbe: meist bräunlich oder Grautöne.
Alter: Obere Trias (Nor)

Häufigkeit: häufig


hauptdolomitschutt
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Hauptdolomit, Verwitterung:

Der tektonisch brekziierte Hauptdolomit zerfällt in eckigen, scharfkantigen Grus. Er verursacht oft Muren und grosse Schutthalden.


Schoettelkarspitze
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Hauptdolomit im Gebirge:

Blick von Süden auf den Gipfel der Schöttelkarspitze (Soierngebiet).
Das Baumaterial ist Hauptdolomit und Plattenkalk aus der oberen Triaszeit.


Kössener Schillkalk
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Schillkalk der Kössener Schichten (Kössener Kalk)

Es sind dunkle, hellgrau bis gelblich verwitternde Kalke mit teiweise ausserordentlich vielen Fossilien.
Die eingeschlossenen Fossilien sind vorwiegend zusammengeschwemmte Schilllagen, also Schalenreste, von Muscheln und Brachiopoden (Brachiopoden, auf deutsch Armfüßer, sind muschelähnliche zweiklappige, seßhafte Meeresbewohner).
Alter: Obere Trias (Rhaet)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Dunkle, hellgrau bis gelblich verwitternde Kalke mit ausserordentlich vielen Fossilien.
Es handelt sich vorwiegend um zusammengeschwemmte Schilllagen, also Schalenreste, von Muscheln und Brachiopoden (Brachiopoden, auf deutsch Armfüßer, sind muschelähnliche zweiklappige, seßhafte Meeresbewohner).

Alter und Entstehung

Alter: Oberster Abschnitt der Trias (ca. 205 bis 200 Millionen Jahre)
Entstehung in gut durchlüftetem, bewegtem Wasser eines seichten Meeresbeckens zwischen dem Riffbereich.

Vorkommen

Die vorwiegend tonigen bis kalkigen, wasserstauenden Kössener Schichten verursachen in den Nördlichen Kalkalpen, ähnlich wie die älteren Raibler Schichten, aufgrund ihrer leichten Verwitterbarkeit flache Hänge, Talsenken und fruchtbares Almweideland mit vielen kleinen Bächen und bilden einen landschaftlichen Kontrast zum umgebenden felsigen Gebirge.
Diese in den Kalkalpen verbreiteten Schichten sind benannt nach der dem Ort Kössen im Kaiserwinkel (Tirol). Dort wurde in diesen Schichten sogar ein Pflasterzahnsaurier gefunden, der auf das Knacken von Muschel- und Schneckenschalen spezialisert war.
Fossilfundpunkte sind z.B. Eiseler und Ochsenberg bei Hindelang, Bergjoch im Wettersteingebirge, Marmorgraben im Karwendel, Kotalm am Wendelstein.


Leonhardstein
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Schillkalk:

Die Anwitterungsfläche einer Kalkbank der Kössener Schichten zeigt den ausserordentlichen Fossilreichtum dieser Schichten.
Fundort: Lahnenwiesgraben westlich von Farchant (bei Garmisch Partenkirchen).


Brachiopodenschill

Schillkalk (2)

Das biomikritische Gestein besteht fast gänzlich aus weissen Schalen umgeben von grau-brauner kalkiger Grundmasse
Bei den Fossilien handelt es sich wohl um Brachiopoden
Herkunft: Wahrscheinlich oberer Plattenkalk oder Kössener Schichten
Alter: Wohl obere Trias (Nor - Rhaet)


Bioklastenkalk
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Kalkstein, aus Bioklasten aufgebaut.

Aufbau des Gesteins aus dicht gepackten Bioklasten (Bruchstücken von Schalen usw.) unterschiedlichster Größe von mikroskopisch klein bis zu einigen Zentimeter. Oft sind diese Bioklasten als Kerne eingehüllt in Algenlaminae (dünne, zwiebelig geschichtete Kalkhäutchen). Enthalten sind unterschiedlichste zertrümmerte Hartteile (von Muscheln, Seeigeln, Korallen etc.), sowie Foraminiferenghäuse, Rindenkörner. Ausgangsmaterial ist Kalksand, gebildet im tropischen Flachmeer bei bewegtem Wasser.
Vorkommen z.B. Obere Trias (Kössener Schichten) oder Kreidezeit (Schrattenkalk, vorwiegend Allgäuer Alpen)

Häufigkeit: gelegentlich


Kössener Korallenriffkalk
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Korallenkalk

Kalkstein mit Korallen der Kössener Schichten.
Es dominiert die Korallengattung Thecosimilia
Die Kössener Schichten sind i.a. tonig mergelige, oft fossilreiche Ablagerungen zwischen den Riffbereichen. Sie entstanden in etwa zeitgleich wie die Oberrät - Riffkalke (s.o.)
Alter: Obere Trias (Rät)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Meist hellgraue bis fast weiße, machmal rötliche Kalksteine mit auffälligen, je nach Anschnitt runden bis länglichen, meist weißen Einschlüssen.

Alter und Entstehung

Alter: Oberster Abschnitt der Trias (ca. 200 Millionen Jahre).
In ihrem oberen Teil werden die fossilreichen, vorwiegend dunkleren, Kössener Schichten teilweise bis nahezu vollständig durch helle Riffkalke vertreten. Es bildeten sich Korallenriffe aus, die sich über das "Kössener Flachmeer" erhoben.
In diesen Riffkalken sind häufig Korallenstöcke oder Korallenschutt anzutreffen. Die Korallen gehören vorwiegend der Gattung Thecosmilia an weshalb das Gestein auch den Namen Thecosmilienkalk erhalten hat.
Die typischen Riffgesteine werden auch, nach der jüngsten Stufe der Triaszeit, dem Rät, häufig als Oberrätkalk bezeichnet.

Vorkommen

Die Riffkalke der obersten Trias sind wegen ihrer Härte und der massigen Ausbildung ihrer schönen Felsfomen beliebte Kletterberge deren Namen interssanterweise häufig auf "-stein" enden.
Beispiele sind Roß- und Buchstein, Leonhardstein, Spitzstein etc.
Den Übergang von Kössener Schichten zum Riffkalk kann man gut an der Westseite der Steinplatte (bei Waidring) beobachten.

Hinweis

Die hellen, fast weißen Riffkalke der obersten Trias sind dem Wettersteinkalk zum verwechseln ähnlich. Wenn keine Fossilien sichtbar sind kann eine eindeutige Zuordnung am Geröllfund nicht getroffen werden.


fossile Koralle
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Fossile Korallen:

Die riffbauenden Korallen der alpinen Trias werden der Unterklasse der Hexacorallia zugerechnet. D.h. die Scheidewände, Septen, treten in der Sechszahl bzw. vielfachen von sechs, in zyklischer Anordnung, auf.
Das Vorkommen reicht von der Trias bis heute.


Oberraet Riffkalk
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Oberrät - Riffschuttkalk

heller Kalkstein der Riffrückseite, z.T. mit weissen Flecken und braunroten Drucksuturen.
Fossile Riffkomplexe: Während der Riffkern durch +- intakten, nicht verfrachteten Organismenreichtum charakterisiert ist (z.B. Korallenstöcke),
ist die ehemals dem offenen Meer zugewandte Riffvorderseite durch umgelagerte und zementierte Biogene aus dem zentralen Riffbereich gekennzeichnet.
Die geschützte Riffrückseite ist durch gebankte Kalkschlammablagerungen mit geringerer Organismendiversität charakterisiert.
Beispiele: Ross- Buchstein, Plankenstein, Brünnstein.
Alter: Obere Trias (Rät)

Häufigkeit: gelegentlich


Leonhardstein
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Fossile Riffe im Gebirge:

Blick vom Leonhardstein nach Westen auf Buch- und Rossstein.
Das Baumaterial der beliebten Kletterberge ist Oberrhät - Riffkalk, in welchem hier häufig Korallen der Gattung Thecosimilia zu finden sind.


Lias Fleckenmergel
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Lias Fleckenmergel (=Allgäuschichten)

Die den Namen liefernden Flecken sind Spuren von Wohn- und Fressbauten von Würmern.
Die dunklen Farben gehen auf feinverteilten Pyrit (FeS2) zurück.
Die relativ weichen, leicht erodierbaren Gesteine bilden aufgrund ihres Mergelreichtumes häufig Almböden und fungieren zudem als Grundwasserstauer.
Alter: Unterer Jura (Lias)
(Kreidezeitliche Flyschkalksteine weisen mitunter auch häufig Spurenfossilien auf, die eindeutige Bestimmung am Fundstück ist darum nicht 100% sicher.)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Das meist graue bis bräunlichgraue, manchmal gelbliche, kalkige bis mergelige Gestein, ist von runden bis länglichen, dunkleren Flecken durchsetzt.
(Als Mergel wird ein Gestein bezeichnet, das sowohl Kalk als auch Ton enthält)

Alter und Entstehung

Alter: Unterer Jura (Lias) und Mittlerer Jura (Dogger), ca.200 bis 158 Millionen Jahre.
Die jurazeitlichen Fleckenmergel und -kalke, werden auch als Allgäuschichten bezeichnet.
Diese Gesteine sind in relativ tiefen Meeresbeckenbereichen entstanden.
Die den Namen liefernden Flecken, die oft fast wie Tintenflecken aussehen, sind Spuren von Bohrgängen, Wohn- und Fressbauten von Würmern, die im Schlamm des ehemaligen Meeresbodens gewohnt haben. Die dunklen Farben der Gänge gehen auf die Ausscheidungen dieser Lebewesen zurück.
Die Bildungsrate des Gesteins wird bei etwa 20-30 Meter in einer Million Jahre gelegen haben.

Vorkommen

Sie sind, worauf auch der Name "Allgäuschichten" hinweist, im Allgäu weit verbreitet wo sie eine Mächtigkeit von bis zu über 1 Kilometer haben können.
Aber auch in den östlicher gelegenen Abschnitten der Kalkalpen z.B: Umgebung von Linderhof und Leggries sind sie verbreitet.
Die aufgrund ihres Tongehaltes relativ weichen, leicht erodierbaren Gesteine sind gute Grundwasserstauer und bilden fruchtbare Almböden.

Hinweis

Die beschriebenen Fleckenmergel mit Wühlspuren treten überdies auch in der Flyschzone auf. Das ist die schmale, ca. west-östlich ausgerichtete hügelig-bewaldete Vorgebirgszone am Nordrand der Kalkalpen, die aus vorwiegend kreidezeitlichen Tiefseesedimenten aufgebaut ist.


allgaeuschichten
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Fleckenmergel in den Alpen:

Am Heuberg (bei Nussdorf am Inn) ist das Gestein mit den typischen dunklen Flecken am Gipfel aufgeschlossen.


bunter Kalk aus dem Jura
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Roter bzw. bunter Jurakalk

In der Jurazeit treten neben den üblichen graugetönten Kalken und Mergelkalken gehäuft auch rote bis rötliche sowie gelbliche bis grünliche (also "bunte") Kalke in Erscheinung.
Im Bild ein roter, stark klüftiger Kalk mit farbkräftiger, feinkörniger Grundmasse.
Die sog. roten Marmore (wurden/werden) in verschiedenen Steinbrüchen als Dekorsteine abgebaut. Es ist liaszeitlicher Adneter Kalk oder sehr ähnlich ausgebildeter malmzeitlicher Ruhpoldinger Marmor. Weiterhin von historischer Bedeutung ist unter anderen auch der etwas buntere malmzeitliche Tegernseer Marmor sowie der weissgefleckte liaszeitliche Hierlatzkalk.
Alter: Unterer Jura (Lias)und oberer Jura (Malm)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Es sind meist farbkräftige, rote bis rötliche sowie gelbliche bis grünliche (also "bunte") Kalke.
Sie können knollig, flasrig oder marmoriert, teilweise stark klüftig, von weissen Kalzitadern durchzogen, sein.
Manchmal sind sie fossilreich. In einem Gestein dieser Einheit, dem Hierlatzkalk, sind Seelilienstielglieder stark angereichert.

Alter und Entstehung

Alter: Unterer Jura (Lias), ca. 195 bis 175 Millionen Jahre.
Im Jura kam es aufgrund von Bewegungsvorgängen in der Erdkruste zu einer kleinräumigen Aufteilung des Meeresbeckens in Schwellen- und Beckenbereiche.
Die bunten Jurakalke sind vorwiegend flachmeerische Bildungen der Schwellenbereiche mit geringermächtiger Wasserbedeckung.
Die satte Rotfärbung könnte hierbei auch auf festländische Einschwemmungen zurückzuführen sein.
Manchmal sind auch weiße, runde Seelilienstielglieder angereichert.
Seelilien (Crinoiden) sind meeresbewohnende, meist festsitzende Tiere. Sie waren u.a. im Jura überaus zahlreich. Ihre Skelettelemente bestehen aus Kalkspat. Nach dem Tod der Tiere wurden sie an manchen Stellen zusammengeschwemmt und konnten Crinoidenkalk, den Hierlatzkalk ausbilden. (Der Hirlatz ist ein Berg bei Hallstatt)

Vorkommen

Die charakteristischen roten jurazeitlichen Gesteine sind auf der Kiesbank, aber auch in den Bergen, nicht zu übersehen.
Vorkommen dieser oft architektonisch genutzten "Marmore" sind an einigen Stellen verteilt im Kalkalpenraum anzutreffen. Beispiele sind: Aggenstein (bei Pfronten), Graswangtal (Ammergauer Alpen), Marmorgraben (bei Mittenwald) usw...

Hinweise

Zu dieser "Rotkalkgruppe" gehört auch der Adneter Kalk, der auf einer eigenen Seite beschrieben wird.


Bunter Jurakalk Karwendelmulde
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Bunter Jurakalk, ein Beispiel:

Bunter Jurakalk aus dem Bereich der Jura-Kreidemulde (sog. Karwendelmulde) östlich von Mittenwald.
Aufnahme nördl. Zunderweidkopf mit Blick Richtung Norden auf den Signalkopf (Vorkarwendel).


roter Kalk aus dem Jura
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Crinoiden - Schuttkalk (Hierlatzkalk)

- (Beispiel eines bunten kalkalpinen Juragesteines)

Vorwiegend aus Fossilschutt bestehend, auffällig sind insbesondere Seelilienstielglieder (weisse Flecken).
Andere Bezeichnung: Hierlatzkalk
Das Gestein wurde ehemals bei Mittenwald abgebaut und aufgrund seiner guten Polierbarkeit unter der Bezeichnung "Mittenwalder Marmor" in den Handel gebracht.
Alter: Jura (Lias)

Häufigkeit: gelegentlich


Bunter Jurakalk Karwendelmulde
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Mittenwalder Marmor, ein Dekorgestein:

Ehemaliger Steinbruch im unteren Marmorgraben, nördlich Mittenwald, welcher einen polierbaren " Marmor " lieferte.


Adneter Kalk
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Ruhpoldinger bzw. Adneter Kalk

typisch rote plattige bis dünnbankige Knollenkalke, teilweise von rotbraunen zackigen Lösungsnähten (Suturen) durchzogen.
Die Knollenbildung geht auf langanhaltende Kompaktion und gleichzeitiger Drucklösung des Sedimentes in grösserer Wassertiefe zurück.
Das Gestein ist oftmals reich an meist schlecht erhaltenen Ammoniten, daher auch der alternative Name Cephalopoden-Knollenkalk.
Ruhpoldinger Kalk (Malm), wurde als Dekorstein sehr oft verwendet. Aktuell wird er nicht mehr abgebaut.
Der ähnliche ausgebildete Adneter Kalk ist ein geschätzter Dekorstein, der auch heute noch gewonnen wird.
Alter: Jurazeit

Häufigkeit: gelegentlich


Ammonit-Adneter-Schichten
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Fossilien im " Ammonitico Rosso ":

Ammonit in einem rotem Juraknollenkalk.
Die Herauspräparierung des Fossils erfolgte durch länger anhaltende Verwitterungseinflüsse auf die freigelegte Gesteinsoberfläche.
(Gefunden von: T. Fohr)


Tegernseer Marmor
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Tegernseer Marmor

typisch roter, knollig-flasriger Kalkstein (eigentlich kein Marmor, da nicht metamorph).
Das bunte, tektonisch "gequälte" Gestein wurde poliert häufig als Dekorstein in repräsentativen Bauten verwendet.
Der Stein wird heute nicht mehr abgebaut.
Alter: Oberer Jura (Malm)

Häufigkeit: sehr selten


Portal Preysingpalais
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Das Erscheinungsbild des Tegernseer Marmors:
Es ist ein bunter, rot weisser, teilweise gelblicher Jurakalk. Das flasrige Gefüge ist durch intensive tektonische Einwirkung an der Störungszone zweier alpiner Deckengrenzen entstanden. Entstandene Risse wurden mit weissem Calcit ausgefüllt. Das Gestein wurde stark zerquetscht und ausgewalzt. Die dünnen tonigen Trennflächen der einzelnen Lagen haben sich als Residual der Drucklösung gebildet.


Aptychenschichten
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Bunte Aptychenschichten

diese entsprechen den Bunten Ammergauer Schichten.
Es sind rote pelitische (sehr feinkörnige) Schlammkalke oder Mergel.
Die rote Farbe ist mehr oder weniger mit grauen bis graugrünen gefleckten bis schlierigen Bereichen durchsetzt.
Alter: Oberer Jura (Malm)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Gut erkennbar sind die roten bis weinroten, sehr feinkörnigen Kalke bzw. Mergel (Gesteine, die aus Kalk und Ton bestehen) aus dieser Gesteinseinheit.
Die rote Farbe der Aptychenkalke ist oft mehr oder weniger mit grauen bis graugrünen gefleckten bis schlierigen Bereichen durchsetzt ("Bunt" bedeutet also soviel wie "Rot mit grauen Flecken").
Von den roten Jurakalken sind sie aufgrund ihrer etwas matteren Oberfläche gut zu unterscheiden.
Häufig sind auch Hornsteinknollen oder Hornsteinschlieren enthalten.

Alter und Entstehung

Alter: Oberster Jura (höherer Malm) bis in die Unterkreide (ca. 155 - 135 Millionen Jahre).
Ein anderer gebräuchlicher Name ist Ammergauer Schichten.
Das im Gebirge meist hellgrau bis gelbliche, manchmal rote Gestein bildete sich aus ursprünglich pelagischen (gr. pelagos = Meer), uferfernen Ablagerungen der Tiefsee.
Aptychen sind muschelschalenähnliche Strukturen aus Kalzit, einer kritstallinen Varietät von Kalziumkarbonat, welches in der Tiefsee etwas auflösungsresistenter ist als die andere Varietät, Aragonit, woraus die Gehäuse bestehen. Dies erklärt, weshalb sich die Gehäuse zum größten Teil aufgelöst haben und nur die Mündungsdeckel übrig blieben.
Aptychen bildeten paarweise das Unterkiefer von Ammoniten, mit dem sie den Boden nach Nahrung abgeschabt haben und dienten wahrscheinlich zugleich als Mündungsdeckel.

Vorkommen

Gerölle aus den Aptychenschichten sind in allen oberbayerischen Alpenabflüssen zu finden.
In der westlichen Nordrandzone der Kalkalpen sind die Gesteinsschichten in Mächtigkeiten von bis zu 100 Meter anzutreffen. Am Achensee erreichen sie eine maximale Mächtigkeit von bis zu einem Kilometer.


Aptychus
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Erläuterung: Aptychus:

Ein Aptychus ist muschelschalenähnliche Struktur aus Kalzit.
Aptychen sind Teile des Unterkiefers von Ammoniten. Wahrscheinlich dienten sie ausserdem als Mündungsdeckel.


Hornsteinkalk
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Hornsteinkalk

dunkle Hornsteinlagen in Kalkstein eingelagert.
Die Kieselsäure kann fein im Gestein verteilt sein oder sich in Form von Knollen anreichern.
Sie entstammt vorwiegend aus Skelettnadeln von Kieselschwämmen sowie in geringerem Umfange von Radiolarien (planktonische Einzeller mit Kieselskelett).
Alter: Jura (Lias oder Dogger)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Dunkle Hornsteinlagen, meist schwarz, öfters auch von roter Farbe (Foto im Hintergrund), sind in Kalkstein eingelagert. Die Konkretionen (Anreicherungen) können dabei knollenförmig, gebändert oder linsig ausgebildet sein.
Die Hornsteinlagen zeigen dabei aufgrund ihrer hohen Härte und Sprödigkeit meist muschelige Bruchflächen, die einen matten, glasartigen Glanz bedingen.
Der Name Hornstein erklärt sich daraus, dass Farbe und Glanz des angebrochenen Materials stark an Hörner von Rindern erinnert.

Alter und Entstehung

Alter: Meist mittel- und oberjurazeitlich (ca. 180 bis 145 Millionen Jahre) aber auch mitteltriassisch (ca. 240 Millionen Jahre)
Die Konkretionen bestehen aus Chalzedon, einer feinstkristallinen Mineralvarietät von Quarz.
Das sehr dunkle Erscheinungsbild beruht dabei nicht nur auf Verunreinigungen sondern auch auf der starken Absorption des Lichtes an den zahllosen Feinstkristallen.
Das Material entstammt vorwiegend Skelettnadeln von Kieselschwämmen sowie in geringerem Umfange von Radiolarien (planktonische Einzeller mit Kieselskelett). Durch Stoffwanderungsvorgänge und örtlich begrenzter Ausfällung in der Frühphase der Gesteinswerdung bildeten sich Konkretionen in Form von Platten oder Knollen.

Vorkommen

In den Nördlichen Kalkalpen tritt Hornsteinkalk an verteilten Stellen innerhalb der jurazeitlichen Formationen auf. Häufig in den sogenannten Ammergauer Schichten (Malm, Oberjurazeit).
Harte Kieselkalke mit feinverteiltem Quarz dienten in der Vergangenheit als Rohmaterial der Wetzsteinerzeugung (Z.B. in den Ammergauer Alpen).


Hornsteinknollenkallk
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Definition des Begriffes "Kieselstein":

Kieselsteine (im Sinne einer fachlich korrekt angewandten Benennung)

Im Radiolarit tritt die Kieselsäure vorwiegend an Organismen, den Radiolarien gebunden, auf. Diese sind mehr oder weniger in ein toniges Bindemittel ohne Kalkanteil eingebettet. Es ist ein Gestein der Tiefsee.

Im Kieselkalk sind kieselige Organismen, Radiolarien und Schwammnadeln, in eine kalkige oder mergelige Grundmasse eingelagert. Die Kieselsäure kann dabei durch Wanderungsvorgänge diffus, nicht mehr an die Organismenreste gebunden, verteilt sein.

In Hornsteinkalken ist die Kieselsäure (egal welcher Herkunft) sekundär in Form von Linsen, Knollen, Bändern angereichert.
Die schwarze Farbe des Hornsteins beruht auf der Absorption des Lichtes durch den feinkristallinen Chalzedon.
In prähistorischer Zeit wurde Hornstein als Feuerstein bzw. zur Herstellung von Schneidewerkzeugen etc. verwendet.


Kieselkalk
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Kieselkalk

Dunkelgraues, im nassen Zustand schwarzes Gestein mit ziemlich grosser Festigkeit.
Die Festigkeit ist durch den hohen, homogen und fein verteilten Kieselgehalt bedingt.
Aufgrund der Sprödigkeit erscheint das Gestein stark gequält, man kann an der Äderung aus weissem Calcit mehrere zeitlich versetzte Bruch- und Ausheilungsphasen erkennen.
Herkunft: Juraablagerungen der Kalkalpen ( oder Flyschzone ?)
Alter: Jura (Unterkreide)

Häufigkeit: gelegentlich


kieselkalk-lineation

Kieselkalk (2)

mit auffällig linearem Gefüge.
Die dunkleren Bereiche sind Hornsteinlagen, die helleren Bänder sind calcitisch.
Bildbreite ca. 4cm
Herkunft, Alter: ? Evtl. alpiner Jura

Häufigkeit: sehr selten


karneolaehnlicher Quarz

Amorpher Quarz, rötlich

feinstkörniges, exterm hartes, ziegelstein- bzw. fleischrötliches Kiesel - Gestein
mit karneol-ähnlichem Erscheinungsbild.
Wahrscheinlich eine Bildung innerhalb des Buntsandsteins. Entstehung durch Wanderungsvorgänge und Abscheidung von gelöster Kieselsäure sowie von Eisenlösungen innerhalb der Sedimentablagerungen.

Häufigkeit: sehr selten


Radiolarit
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Radiolarit

kieseliges Gestein aus den nördlichen Kalkalpen, Ablagerung der Tiefsee.
Farbe meist rot, aber auch schwarz oder grünlich.
Aufgrund der Sprödigkeit meist stark zerbrochen und von vielen, mit Kalkspat gefüllten, Klüften durchzogen.
Das kieselige (aus SiO2 bestehende) Material stammt aus dem "Skelett" von planktonischen Einzellern, den sog. Radiolarien.
Schichtbezeichnung: Ruhpoldinger Radiolarit
Alter: Oberer Jura (Malm)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Das Gestein ist meist braunrot bis rot, es können aber auch schwarze und graugrünliche Variationen auftreten.
Aufgrund seiner Sprödigkeit und Härte liegt er praktisch nie als schön angerundeter Flusskiesel vor sondern ist meist kantig und stark zerbrochen. Oft ist er von vielen, mit weißem Kalkspat gefüllten Klüften durchzogen.

Alter und Entstehung

Jura (Oberer Dogger bis Unterer Malm, ca. 160 - 155 Millionen Jahre)
Das Gestein besteht fast ausschließlich aus kieseligem Material, also aus Quarz (SiO2, Siliziumdioxid, das Anhydrid der Kieselsäuren). Es stammt aus dem "Skelett" von sehr kleinen planktonischen Einzellern, den sog. Radiolarien, die im Meer massenhaft auftreten können.
Nach dem Sterben des planktonischen Einzellers, der in den oberen Wasserschichten bis hinab in große Tiefen vorkommt, sinkt sein Stützskelett auf den Meeresboden hinab.
Das Meer muss in diesem Zeitraum sehr tief gewesen sein, da es nicht zur gleichzeitigen Ablagerung von Kalk gekommen ist. Man rechnet für diese Zeit mit einer Tiefe von ca. 2 Kilometern.
Die Bildung von reinen Kieselschlämmen auf dem Meeresboden tritt auch heute in tiefen Meeresregionen mit einer Wassertiefe von ca. über 4000 Metern auf. Kalk kann ab einer gewissen Tiefe, der Kalzitkompensationstiefe, nicht mehr abgelagert werden, da die Auflösungsrate für Calciumcarbonat größer wird als die Ablagerungsrate.

Vorkommen

Der rote, meist zerbrochen wirkende oder schlecht gerundete Radiolarit ist ein charakteristisches Gestein, das am Fluss und in Kiesgruben hervorsticht und dementsprechend leicht zu finden ist.
In den Kalkalpen tritt er an der Basis der Oberjurassischen bis unterkreidezeitlichen Ammergauer Schichten (siehe übernächste Seite) auf.
Das Gestein bricht scharfkantig mit muscheligem Bruch und wurde in der Steinzeit z.B. als Schneide- und Schabewerkzeug genutzt.


Intraklasten

Tempestit ?

Anschliff eines hier sehr farbenfrohen Karbonatgesteines
Die plattigen Fragmente könnten Intraklasten sein.
Bildung durch Eintrocknung und Verstellung der teilweise schon verfestigten Partikel im Gezeitenbereich.


Tratenbachschichten
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Cenoman - Brekzien und Konglomerate

beschränken sich nicht nur auf das Cenoman (Unterste Stufe der Oberkreide) sondern reichen höher in die Oberkreidezeit.
Neben Mergeln und Sandsteinen treten als Charakteristikum Konglomerate und Brekzien auf.
Vor allem in den Losensteiner Schichten (bei Lenggries ähnlich als Tratenbachschichten) und Branderfleckschichten.
Hier solch ein konglomeratisches bis brekziöses Gestein aus dem Randbereich zwischen nördlichen Kalkalpen im S und Flysch im N (Randcenoman), wohl den Tratenbachschichten entstammend.
Herkunft: NE Lenggries, Tratenbach.
Alter: Oberkreide bis Alttertiär

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Brekzien (ital. Breccia = Geröll) sind Trümmergesteine, d. h. eckig-kantige bis schwach angerundete Gesteinsbruchstücke über 2 Millimeter Durchmesser sind unregelmäßig in einer feinkörnigeren Grundmasse eingeschlossen. Die Klasten(gr. klasis = zerbrechen) können dabei nur aus Gesteinen einer Art aus wenigen Gesteinsarten oder aber auch aus einem Gemenge von vielen unterschiedlichen Komponenten bestehen.

Alter und Entstehung

Meist Obere Kreide (ca. 100 Millionen Jahre)
Die Trümmermassen, aus denen Brekzien hauptsächlich bestehen sind vorwiegend auf untermeerische Hangrutschungen und Bergstürze zurückzuführen. Das Material dieser Steinlawinen lagerte sich meist nach einem relativ kurzen Transportweg am Fuße der instabilen Bergflanken ab.
Oft enthalten die Brekzien "exotische", von fernen Gegenden stammende Komponenten aus ältereren Gebirgszonen. So können oft helle Quarze sowie Kristallingesteinstrümmer von Graniten und Gneisen und vulkanische Gesteinstrümmer wie Porphyre und Serpentinite, welche in den Kalkalpen nicht vorkommen enthalten sein.
Die Brekzienbildung der Oberkreidezeit beweist, dass in diesem Zeitraum bereits starke Kräfte der alpinen Gebirgsbildung am Werk waren, die größere Bewegungen im Gebirgskörper auslösten. Gigantische Gesteinspakete von bis zu mehreren Kilometern Mächtigkeit und Ausdehnungen von hunderten Quadratkilometern begannen sich zu verstellen und übereinanderzuschieben. Als Folge davon bildete sich ein ausgeprägtes Oberflächenrelief mit steilen Hängen und tiefen Abgründen. Einige Bereiche stiegen sogar über den Meeresspiegel auf und wurden zum Abtragungsgebiet.

Vorkommen

In den Kalkhochalpen sind oberkreidezeitliche Ablagerungen nur aus den Lechtaler Alpen bekannt. Alpine Ablagerungen der Oberkreide können gut in der "Cenomanmulde" zwischen Roß- und Buchstein studiert werden. (Cenoman, ca. 100 - 94 Mio. Jahre, ein Zeitraum in der Oberkreidezeit)

Hinweis

Brekzien unterscheiden sich von Konglomeraten dadurch, dass die einen vorwiegend eckige Komponenten enthalten, die anderen angerundete.


polierter-Anschliff-polymikte-Brekzie
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Zur Struktur der polymikten Brekzien:

Polierter Anschliff.
Als Komponenten enthalten sind neben vulkanischen Gesteinen gelbe feinkörnige Dolomite, Quarze, Kristallingesteine und andere Gerölle aus dem Gesteinsspektrum der nördl. Kalkalpen, z.T. allothigener(exotischer) Herkunft.


Brekzie Cenoman
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Oberkreidezeitliche Brekzie

(im Allgemeinen)
Enthalten können sein entweder nur klastische Komponenten aus dem Kalkalpin der nächsten Umgebung (Bild links unten) oder aber auch von weiter her herangeschaffte Bestandteile wie z.B. helle Quarze oder weiterhin auch " exotische Komponenten ", z.B. Gneis, Glimmerschiefer, Serpentinit usw. (siehe Tratenbachschichten).
Gesteine des Cenoman sind meist klastisch-brekziös oder konglomeratisch und lagern den unteren Schichten diskordant, also nicht parallel, auf.
Dies ist ein Hinweis, dass vor und während der Ablagerung dieser Gesteine bereits starke tektonische Aktivitäten, Verstellungen des Untergrundes (darum auch die vermehrte Brekzien- und Konglomeratbildung) sowie Abtragungsvorgänge an älteren Schichten stattgefunden haben.
Alter: Untere Oberkreidezeit (Cenoman und jünger)

Häufigkeit: selten


Cenoman Aufschluss Gipel Roetelstein
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Was ist Cenoman?

Gestein des Cenoman nimmt die Gipfelregion des Rötelsteins (N des Herzogstand-Heimgartenmassives) ein. Es sind vorwiegend Sandsteine und Brekzien verschieden grober Körnung.


Einschub: Neben der Cenomanserie sind auch die Gesteine der im Bereich der Nördlichen Kalkalpen abgelagerten Gosaugruppe (etwas jüngere) synorogen gebildete Sedimente der Oberkreidezeit.
Näheres hierzu siehe: Geologische Kartierung der Gosaumulden von Rigaus und Schorn: Westabschnitt und Ostabschnitt.

Reiselsberger Sandstein
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Reiselsberger Sandstein bzw. Grauwacke

Der Hauptsandstein der Flyschzone, reich an Quarz, Glimmer und Gesteinsbruchstücken ist kalkig bis tonig gebunden.
Er kann fein- bis grobsandig, teilweise auch brekziös oder konglomeratisch ausgebildet sein.
Im Gelände tritt er meist dickbankig auf.
Eine Grauwacke ist ein Sandstein, der reich an Gesteinsbruchstücken ist.

Alter: Untere Oberkreide (Cenoman)

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Der Hauptsandstein der Flyschzone (Erklärung siehe vorherige Seite) enthält viele unterschiedliche Komponenten. Er ist meist reich an Glimmer und Gesteinsbruchstücken.
Er kann fein- bis grobsandig, teilweise auch brekziös (Erklärung siehe "Brekzie") sein.
Das Bindemittel ist kalkig.

Alter und Entstehung

Alter: Untere Oberkreide, ca. 95 - 90 Millionen Jahre
Die Gesteine der Flyschzone sind aus Ablagerungen von untermeerischen, wolkenartigen Trübeströmen (suspensionsartige Gemische aus Wasser und Sedimentpartikeln) entstanden. In einen langgestreckten, im Wesentlichen West-Ost ausgerichteten Tiefseegraben, glitten in Abständen von wohl einigen zehntausend Jahren Sedimentlawinen ein, die sich von höheren Bereichen des Kontinentalhanges lösten. Die entstehenden Trübeströme setzten sich in einer typischen Abfolge ab. Zuunterst die schwereren Partikel der Grobsandsteine, nach oben hin aufgrund der geringeren Absetzgeschwindigkeit der Teilchen immer feiner werdend. In den langen Ruhepausen kam es zum langsamen Absatz von, den Sandsteinbänken zwischengelagerten, Tonschichten.
Charakteristisch für die Flyschzone ist die rhytmische Wiederholung ähnlicher Sedimentationsabfolgen.
Die Erstreckung einzelner Sandsteinbänke lässt sich bis zu über 100 Kilometer verfolgen.

Vorkommen

Die markanteren Erhebungen der Flyschzone sind öfters dem Reisesberger Sandstein zu verdanken.
Bekannte Berge der Flyschzone sind: Riedberg, Edelsberg, Trauchberg, Hörnle, Zwiesel, Blomberg, Teisenberg.
Reiselsberger Sandstein ist nach einem Vorkommen in den Ammergauer Alpen benannt. (Geotop "Typlokalität Reiselsberger Sandstein", siehe www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_daten/geotoprecherche/index.htm)


Reiselsberger-Sandstein
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Ein Aufschluss von Reiselsberger Sandstein in den Voralpen:

Die Anhöhen z.B. westlich Benediktbeuern sind aus Flyschgesteinen aufgebaut.
Im Bild ein Aufschluss von feiner sandigem, glimmerreichem, massig ausgebildetem Reiselsberger Sandstein am Pessenbach.


Flyschsandstein
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Flyschsandstein

mit schichtinterner Fältelung
Tonige und fein- bis grobsandige Sedimente gleiten im noch weichen Zustand oft vom Kontinentalrand in die Tiefsee ab.
Dabei entsteht aufgrund der unterschiedlichen Absetzgeschwindigkeit eine typische Ablagerungsreihenfolge, die mit grobem Material beginnt und nach oben zu immer feiner wird.
Aufgrund von Nachrutschungen in den noch nicht verfestigten Ablagerungen entstehen auch schichtinterne Fältelungen.
Alter: Oberkreide

Häufigkeit: häufig

Beschreibung

Es sind dunkelgrüngraue bis grünlichgraue Fein- bis Grobsandsteine. Sie enthalten häufig zerriebenen Gesteinsschutt. Die grünliche Färbung geht auf das Mineral Glaukonit zurück, das mit der Lupe gut erkannt werden kann.
Durch Verwitterungsvorgänge wandelt sich die Farbe hin zu Brauntönen.

Alter und Entstehung

Alter der Flyschgesteine: Kreide bis unteres Känozoikum (Alttertiär), ca. 130-50 Millionen Jahre)
Es sind Ablagerungsgesteine, entstanden aus submarinen Rutschmassen. Genauere Erklärungen siehe Reiselsberger Sandstein.

Vorkommen

Der Name Flysch stammt aus der Schweiz und bezeichnet ein Gebiet, das aus vorwiegend schiefrig-tonigem, zu Rutschungen neigendem, "fließendem" Gestein aufgebaut ist.
Die Flyschzone der östlichen Alpen ist der, den Kalkalpen vorgelagerte, meist bewaldete, mittelgebirgsähnliche Bereich, der sich in einer N-S Erstreckung von meist unter 10 Kilometer vom Rheintal bis zur Donau vor Wien erstreckt. Sie ist vorwiegend aus Ton- und Sandsteinen in zyklischem Wechsel aufgebaut.
Blanke Felsformationen sind in diesem Bereich nicht anzutreffen. Die sanfte Landschaftsform mit dennoch teilweise tiefen Schluchten und sehr steilen Hanganrissen ist direkte Folge des zu Rutschungen neigenden "weichen" Gesteinsinventars.
Das Geotop "Flysch im Röthenbachtal" östlich von Halblech im Ammergebirge bietet einen wunderbaren Einblick in die Gesteine der Flyschzone. (www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/index.htm)


Zementmergel
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Flyschwechselfolge:

Aufschluss im Flysch am Aufacker bei Oberammergau.
Zu sehen ist eine (tektonisch senkrecht gestellte) typische Wechselfolge aus Mergelsteinen sowie Kalkmergelsteinen und Tonsteinen aus der Oberkreide.


Flyschkalkstein
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Flyschkalkstein

Hier ein stark zerklüfteter, fossilleerer Schlammkalk.
Die Dunkelfärbung der Kluftflächen ist auf Eisen bzw. Manganoxide zurückzuführen.
Die Farbe des Gesteins ist im frischen Zustand grau, verwittert zeigen Flyschkalke bzw. -mergel meist gelb-beige-braun Töne.
Alter: Kreide bis Alttertiär
Anm: Starke Zerklüftung zeigen teilweise auch triassische und jurassische Pelite (= Schlammkalke), die Zuordnung zum Flysch darum nicht 100 % sicher.

Häufigkeit: gelegentlich


Flyschberge
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Erklärung "Flyschzone":

Die Flyschzone ist der den Kalkalpen vorgelagerte, meist bewaldete, mittelgebirgsähnliche Bereich, welcher vorwiegend aus Ton- und Sandsteinen in zyklischem Wechsel aufgebaut ist.
Ansicht von SE auf die aus Flysch aufgebauten Berge NW von Unterammergau.(Hochschergen bis Hohe Bleick)


Gruensandstein
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Grünsandstein

Es sind graue und grünliche, zum Teil auch karbonatisch gebundene, glaukonithaltige, Quarzsandsteine oder Quarzgrauwacken.
Das Gestein ist sehr hart.
Bei oberflächlicher Verwitterung nehmen die Sandsteine eine bräunliche Farbe an aufgrund der Umwandlung des Glaukonites in Limonit.
Herkunft: Entweder aus der Helvetikum-Zone (dort Garschella Formation) oder aber aus dem Flysch, sog. Quarzit - Serie bzw. Gault-Flysch.

Alter: Kreidezeit (Alb, Apt)

Häufigkeit: gelegentlich

Beschreibung

Es sind meist grau grüne und grünliche glaukonithaltige, Quarzsandsteine. Auch schwarzgraue Varietä,ten können vorkommen.
Bei oberflächlicher Verwitterung nehmen die Sandsteine eine bräunliche Farbe an aufgrund der Umwandlung des Glaukonites, eines grünen, eisenhaltigen Minerales in Eisenoxide.

Alter und Entstehung

Alter: Meist Jüngere Unterkreidezeit (ca. 110 Millionen Jahre) und Paläogen (Paleozän, Eozän,ca. 60 - 50 Millionen Jahre)
Die Sandsteinbildung ist auf intensiven Antransport von festländischem Erosinosmaterial in den, dem "Ureuropäischen Kontinent" im Süden vorgelagerten Meeresbereich zurückzuführen.

Vorkommen


Als Helvetikum wird eine geologische Zone am Nordrand der Alpen zwischen Flyschzone (Erläuterung siehe Flyschsandsteine) und Molasse (siehe Molassesandsteine), bezeichnet.
Während die Gesteine "Schweizer Ausprägung" in der Ostschweiz und auch noch im Allgäu landschaftlich bestimmend auftreten
(z.B. die Kalke des Helvetikums von Gottesackerplateu und Hoher Ifen) sind sie ab der Iller Richtung Osten nur noch in einem teilweise unterbrochenen, schmalen Streifen nachzuverfolgen.
Einen guten Einblick in Gesteine des Helvetikums bietet das Geotop "Helvetikum beim Burgberg" am Grünten bei Sonthofen.
(siehe: Geotop 88 unter
www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/index.htm )

Hinweis

Die Grünsandsteinkiesel entstammen meist der Helvetikum-Zone.
Eine Verwechslung mit den sehr ähnlichen, in etwa gleich alten, grünlichen oder grauen bis grauschwarzen Sandsteinen aus der direkt angrenzenden Flyschzone ist dabei nicht auszuschliessen.
(Hinweis: Die ebenfalls grünen Metabasalte aus einem völlig anderen Alpenbereiche haben kein körniges Gefüge.)

Fotos:

Linkes Bild: unverwechselbarer Grünsandstein.
Rechtes Bild: Dunkelgrau-schwarzer, sehr feinkörniger Quarz-Sandstein mit Quarz und Calcit als Bindemittel.
Das exterm harte Gestein bricht bei festem Hammerschlag splittrig-muschelig.
Die hellbraune Flecken sind vorwiegend umgewandelter Glaukonit, evtl. etwas ehem. Pyrit.
Das Fundstück ist nur schlecht gerundet.
Es wird sich um sog. "Glaukoquarizt" handeln, ein Gestein, das im Werdenfelser Land (z.B. Langer Kögel im Murnauer Moos) früher in grossen Massen gewonnen
und verbreitet in Oberbayern als Bahnschotter eingesetzt wurde.
In ganz frühen Karten wurde das Gestein fälschlicherweise als Basalt angesprochen.
Dies ist nicht verwunderlich, da es einem Basalt auf den ersten Blick sehr ähnlich sieht.


Stallauer Grünsandstein
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Technische Nutzung der Sandsteine in der Vergangenheit:

Der nahe Bad Heilbrunn vorkommende oberkreidezeitliche Stallauer Grünsandsteinder Helvetikumzone enthält viel Glaukonit.
Zermahlen diente das Material als Pigment zur Farbherstellung. Vorwiegend wurden daraus aber Schleifsteine hergestellt.


Lithothamnienschuttkalk
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Lithothamnienschuttkalk

Das Gestein besteht fast ausschliesslich aus organischem Material
Neben Bruchstücken von Lithothamnien (Rotalgen mit feiner, gitterartiger Zellstruktur) treten Nummuliten, Discocyclinen sowie diverse andere Kleinforaminiferen auf.
Grobkörnigere Varietäten wurden bzw. werden aufgrund ihres Erscheinungsbildes als Granitmarmor bezeichnet.
(Der Name Granitmarmor ist aber gesteinskundlich nicht korrekt, es ist weder Marmor noch Granit.)
Ein verbreiteter Werkstein im 19. Jhdt., z.B. in den alten Münchner Friedhöfen häufig als Grabstein anzutreffen.
Alter: Tertiär (Eozän)

Häufigkeit: gelegentlich


polierter Anschliff Lithothamnienkalk
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Nah - Makro:

Ein polierter Anschliff eines fossilreichen Gesteines aus der Helvetikumzone.


Nummulitenkalk
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Nummulitenschichten

Die Nummulitenschichten bestehen aus fossilreichen Kalksteinen bis Kalksandsteinen.
Im Bild mit zwei grossen Nummuliten, weiterhin Discocyclinen usw.

Die Nummulitenschichten gehören der Helvetikum-Zone an.
Als Helvetikum wird eine schmale Zone am Nordrand der Alpen zwischen Flyschzone und Molasse bezeichnet, die Richtung Westen (Schweiz) immer mehr an Bedeutung zunimmt.
Das Gestein wurde in der Vergangenheit unter dem Namen Enzenauer Marmor öfters als Denkmalgestein verwendet, z.B. Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz in München.
Ähnlich: Gesteine der Adelholzener Schichten

Häufigkeit: gelegentlich


Kressenberger_Eisenerzgestein
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Eisenerz:

Am Kressenberg (b. Teisenberg) beinhaltet das Helvetikum ehemals bedeutende Eisenerzvorkommen, die aber heute nicht mehr abgebaut werden. Das Brauneisen liegt in Form von Ooiden im Gestein vor. Die scheibenförmigen Komponenten sind Nummuliten.


Cyrenenschichten
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Schill - Kalksandstein

Sandstein der Faltenmolasse, hier massenhaft mit Muschelschalen angereichert.
Es sind wohl vorwiegend Cyrenen (Polymesoda).
Das Gestein entstammt sicherlich den marinen Bausteinschichten der Brackwassermolasse.
(" Cyrenenschichten ").
Herkunft: Umgebung von Bad Tölz.

Alter: Tertiär (Oligozän)

Häufigkeit: sehr selten


Molassesandstein Turmschnecken
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Mergel mit vielen Turritellen

Mergel (also ein Gestein aus Kalk und Ton in unterschiedlichen Mengenanteilen) aus der gefalteten Molasse, hier mit vielen Schneckenschalen.
Die angeschnittenen Fossilien sind Turritellen (Turmschnecken) mit sehr guter Erhaltung.
Das Gestein entstammt höchstwahrscheinlich den Tonmergelschichten. Herkunft: z.B. Umgebung von Bad Tölz.
Alter: Tertiär (Oligozän)

Häufigkeit: sehr selten


Tonmergel-Aufschluss
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Ein Aufschluss von Molassegestein:

In der Abbildung eine einzelne Molassesandsteinbank, nahezu senkrecht aufgerichtet, innerhalb steilstehender Tonmergelschichten.
Molasse, Oligozän (Rupel) an der Ammer (westl. Saulgrub)


Bausteinschichten
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Molassesandstein

Sandstein der Faltenmolasse, sicherlich aus den Bausteinschichten.
Das Gestein ist calcitisch gebunden. Als Komponenten treten fein- bis mittelkörnige Gesteinsbruchstücke aus Kalk und/oder Dolomit, Quarz und evtl. Feldspatkörner sowie Glimmer auf. Diffus fein verteilte schwarze Pünktchen sind Pyrit, Leukoxen und andere Schwermineralkomponenten. Es können auch schwarze Komponenten vorkommen, dabei handelt es sich um Pflanzenreste.
Der Sandstein ist unverwittert meist grau, verwittert herrschen gelbe bis gelbbraune Töne vor.
Auffällig an diesem Exemplar sind die eingeschlossenen Schalenreste.
Sandsteine aus den Bausteinschichten wurden häufig als Baumaterial verwendet. Herkunft: Umgebung von Bad Tölz.

Alter: Tertiär (Oligozän)

Häufigkeit: gelegentlich


Flinz
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Flinzsandstein

Hier ein schwach gebundener Sandstein mit hohem Gehalt an Glimmerplättchen (" Flinserln ").
Es handelt sich beim Flinz um feinsandige, schluffige bis mergelige Fluss- und/oder Seeablagerungen.
Er unterlagert im Raum München den etwa 10 m mächtigen würmeiszeitlichen Deckenschotter.
Der Flinz ist das jüngste Schichtglied der Oberen Süsswassermolasse.
Alter: Tertiär

Häufigkeit: selten
(War nur kurzzeitig nach den Baumaßnahmen bei der Renaturierung auffindbar, da er sehr schnell zu Sand zerfällt.)


Flinz-Aufschluss
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Flinz:

Im Renaturierungsbereich der Isar (im Bereich München) ist war Flinzsandstein an einigen Stellen frisch aufgeschlossen.
An der Schichtgrenze Schotter/Tertiär(Flinzsand) treten am Isarhochufer an vielen Stellen Quellen auf, welche früher der Wasserversorgung der Stadt dienten.


Konglomerat
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Konglomerat

Konglomerate sind verfestigte Schmelzwasser-Schotterfelder, welche sich im Vorfeld von Endmoränen abgesetzt haben. Das Bindemittel ist Calcit.
Die Geröllbestandteile umfassen ein weites Spektrum an Gesteinen alpiner Herkunft welche mit den Gletschern der letzten Eiszeiten herantransportiert wurden. Nagelfluh ist die lokale Bezeichnung für ein jungtertiäres, grobkörniges, zum Teil löcheriges Konglomerat des nördlichen Alpenrandbereiches.
In Süden von München schneidet sich die Isar in die harten Nagelfluhbänke und Deckenschotter ein. Bis zum Ausbau der Isar fungierten diese, auch im Hinblick auf den Kristallingesteinsanteil, als wichtige Geschiebelieferanten.

Alter: Quartär, Tertiär

Häufigkeit: häufig


Bild: Nagelfluhfelsen am Isartalhang


Molassekonglomerat-Aufschluss
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Molassekonglomerat:

Aufschluss eines tertiären Molassekonglomerates

an der Ammer (westl. Saulgrub, "Scheibum").
Bei älteren Konglomeraten aus dem Tertiär sind die Hohlräume zwischen den Geröllkomponenten vollständig ausgefüllt, das Gestein wirkt betonartig.
Sog. Untere Bunte Molasse, Oligozän (Chatt)


Loesskindl
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Lösskindl

Kalkkonkretion aus der Eiszeit
Helle, sehr feinkörnige Grundmasse aus Kalk. Enthalten sind auch feinste Hellglimmer- und Quarzbruchstücke.
Charakteristisch sind die vielfältigen Knollenformen.
Löss ist ein eiszeitliches, äolisches (durch Wind angewehtes) Staubsediment mit hohem Kalkgehalt (bis 20 %), sowie weiterhin Quarz und andere Mineralkomponenten.
Lösskindl entstehen durch die Ausscheidung von Kalk aus kalkreichen Sickerwässern im tieferen Lösshorizont.
Alter: Quartär (Pleistozän)

Häufigkeit: sehr selten


Loesslehm
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Münchner Ziegeleirohstoff:

Lösslehm, entsteht durch verwitterungsbedingte Entkalkung von Löss.
Die einige Meter mächtige Lehmzunge zwischen Berg am Laim und Ismaning lieferte das Rohmaterial der ehemaligen Ziegeleien.
Baugrubenaufschluss in München-Steinhausen.


Kalktuff
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Kalktuff

Im Alpenvorland an vielen Stellen anzutreffende Ablagerung, die in nicht wenigen Steinbrüchen aufgrund seiner Eignung als Baustein abgebaut wurde.
Z.B. Kalktuffbruch bei Polling.
Viele alte Kirchen und Bauernhöfe etc. im Alpenvorland wurden aus diesem Material gebaut.
Kalktuff entsteht durch den Entzug von Kohlensäure aus kalziumkarbonatreichen Wässern und der damit einhergehenden Ausfällung von kohlensaurem Kalk unter Mithilfe von diversen Mikroorganismen in fliessendem Wasser.
Alter: Quartär (Holozän)

Häufigkeit: selten


Kalktuff Quelle Isarhang
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Aufschluss von Kalktuff


An der Grenzfläche Tertiär (Flinzsande) und Schotterebene treten am Isarhang häufig Quellen auf.
Diese Quellen dienten früher der Wasserversogung Münchens.
An den Austrittsstellen des Grundwassers scheidet sich der im Wasser gelöste Kalk in Form von Kalktuff ab.
Aufnahme am Hang unterhalb vom Friedensengel in München.


Kalktuff Pflanze
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Pflanzenreste in Kalktuff:

Blätter in einem Kalksinter.
Fundort in der Umgebung von Polling.
Sehr häufig sind Blätter, Stängel usw. vom Kalktuff umschlossen.
Auch Pflanzen entziehen dem Quellwasser CO2 und tragen damit zur Ausscheidung des Kalkes bei.


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