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Radiolarit

Der einzige "wahre" Kieselstein aus den Kalkalpen.

Beschreibung

Das Gestein ist meist braunrot bis rot, es können aber auch schwarze und graugrünliche Variationen auftreten.
Aufgrund seiner Sprödigkeit und Härte liegt er praktisch nie als schön angerundeter Flusskiesel vor sondern ist meist kantig und stark zerbrochen. Oft ist er von vielen, mit weißem Kalkspat gefüllten Klüften durchzogen.

Alter und Entstehung

Jura (Oberer Dogger bis Unterer Malm, ca. 160 - 155 Millionen Jahre)
Das Gestein besteht fast ausschließlich aus kieseligem Material, also aus Quarz (SiO2, Siliziumdioxid, das Anhydrid der Kieselsäuren). Es stammt aus dem "Skelett" von sehr kleinen planktonischen Einzellern, den sog. Radiolarien, die im Meer massenhaft auftreten können.
Nach dem Sterben des planktonischen Einzellers, der in den oberen Wasserschichten bis hinab in große Tiefen vorkommt, sinkt sein Stützskelett auf den Meeresboden hinab.
Das Meer muss in diesem Zeitraum sehr tief gewesen sein, da es nicht zur gleichzeitigen Ablagerung von Kalk gekommen ist. Man rechnet für diese Zeit mit einer Tiefe von ca. 2 Kilometern.
Die Bildung von reinen Kieselschlämmen auf dem Meeresboden tritt auch heute in tiefen Meeresregionen mit einer Wassertiefe von ca. über 4000 Metern auf. Kalk kann ab einer gewissen Tiefe, der Kalzitkompensationstiefe, nicht mehr abgelagert werden, da die Auflösungsrate für Calciumcarbonat größer wird als die Ablagerungsrate.

Vorkommen

Der rote, meist zerbrochen wirkende oder schlecht gerundete Radiolarit ist ein charakteristisches Gestein, das am Fluss und in Kiesgruben hervorsticht und dementsprechend leicht zu finden ist.
In den Kalkalpen tritt er an der Basis der Oberjurassischen bis unterkreidezeitlichen Ammergauer Schichten (siehe übernächste Seite) auf.
Das Gestein bricht scharfkantig mit muscheligem Bruch und wurde in der Steinzeit z.B. als Schneide- und Schabewerkzeug genutzt.


Radiolarit

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