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Bunte Aptychenschichten

Benannt nach den Deckeln von Ammonitengehäusen.

Beschreibung

Gut erkennbar sind die roten bis weinroten, sehr feinkörnigen Kalke bzw. Mergel (Gesteine, die aus Kalk und Ton bestehen) aus dieser Gesteinseinheit.
Die rote Farbe der Aptychenkalke ist oft mehr oder weniger mit grauen bis graugrünen gefleckten bis schlierigen Bereichen durchsetzt ("Bunt" bedeutet also soviel wie "Rot mit grauen Flecken").
Von den roten Jurakalken sind sie aufgrund ihrer etwas matteren Oberfläche gut zu unterscheiden.
Häufig sind auch Hornsteinknollen oder Hornsteinschlieren enthalten.

Alter und Entstehung

Alter: Oberster Jura (höherer Malm) bis in die Unterkreide (ca. 155 - 135 Millionen Jahre).
Ein anderer gebräuchlicher Name ist Ammergauer Schichten.
Das im Gebirge meist hellgrau bis gelbliche, manchmal rote Gestein bildete sich aus ursprünglich pelagischen (gr. pelagos = Meer), uferfernen Ablagerungen der Tiefsee.
Aptychen sind muschelschalenähnliche Strukturen aus Kalzit, einer kritstallinen Varietät von Kalziumkarbonat, welches in der Tiefsee etwas auflösungsresistenter ist als die andere Varietät, Aragonit, woraus die Gehäuse bestehen. Dies erklärt, weshalb sich die Gehäuse zum größten Teil aufgelöst haben und nur die Mündungsdeckel übrig blieben.
Aptychen bildeten paarweise das Unterkiefer von Ammoniten, mit dem sie den Boden nach Nahrung abgeschabt haben und dienten wahrscheinlich zugleich als Mündungsdeckel.

Vorkommen

Gerölle aus den Aptychenschichten sind in allen oberbayerischen Alpenabflüssen zu finden.
In der westlichen Nordrandzone der Kalkalpen sind die Gesteinsschichten in Mächtigkeiten von bis zu 100 Meter anzutreffen. Am Achensee erreichen sie eine maximale Mächtigkeit von bis zu einem Kilometer.


Aptychenschichten

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